Die modularen MBA-Programme
In letzter Zeit sogenannte modulare MBA-Programme an Bedeutung gewonnen. Typischerweise bestehen diese Programme aus mehreren Präsenzmodulen (je zwei bis vier Wochen), zwischen denen die Teilnehmer wieder in ihre Unternehmen zurückkehren, um dort das Erlernte anzuwenden und sich auf das nächste Präsenzmodul vorzubereiten. Modulare Programme können je nach Anzahl und Dauer der Präsenzmodule 18 bis 36 Monate dauern. In den Phasen, in denen die Teilnehmer wieder in ihre Unternehmen zurückkehren, werden spezifische Lehrmaterialien und Lerntechnologien eingesetzt, die eine effiziente Vor- und Nachbereitung der Präsenzmodule ermöglichen. Die Vorteile dieser Ausbildungsform liegen einmal in der hohen Verträglichkeit von Ausbildung und Beruf, zum anderen in der intensiven Teamarbeit und der Entwicklung der Personal Skills in den Präsenzphasen. Modulare Programme sind unabhängig vom Standort der Teilnehmer und weisen oft eine international zusammengesetzte Studentengruppe auf. Aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten der inhaltlichen und zeitlichen Verzahnung von Studium und Beruf schätzen Unternehmen diese Ausbildungsform besonders und sind daher bereit, die Ausbildungskosten ganz oder teilweise zu übernehmen. Wichtig für die Qualität eines solchen modularen MBA-Programms ist die inhaltliche und methodische Abstimmung der verschiedenen Präsenzmodule sowie die effiziente Nutzung und Integration der On-the-job-Phasen. Fehlt ein organisierter Lernprozess zwischen den Präsenzphasen, ergibt sich allzu leicht nur eine Aneinanderreihung von mehrwöchigen Seminarveranstaltungen.
Eine weitere Form der Executive-MBA-Ausbildung ist das Fernstudium. Hier studieren die Teilnehmer mit entsprechend aufbereiteten Studienmaterialien auf sich allein gestellt und zu Hause. Der Studienfortschritt wird sehr stark durch die Höhe der zeitlichen Investition neben dem Beruf in das Studium bestimmt. Je nach Anbieter wird das Fernstudium durch Workshops und Tutorials gestützt. Entscheidend für die Qualität dieser Programme ist der Standard der genutzten Materialien und der Grad der Unterstützung durch die Business School. Die Programme dauern in der Regel drei bis fünf Jahre. Vorteile dieser Ausbildungsform sind die hohe Flexibilität sowie die vergleichsweise geringen Studiengebühren und Nebenkosten. Die Nachteile bestehen in der begrenzten Interaktion mit der Business School und den anderen Teilnehmern im Programm. Hinzu kommt die geringe Internationalität sowie die notwendige hohe Arbeitsdisziplin. Trotzdem hatten Distance-Learning-Programme in den letzten Jahren die größten Zuwachsraten in Europa. Ähnlich wie bei den Part-ti me-Programmen ist dabei allerdings nicht immer klar, ob die Teilnehmer, die Konzepte und die Lehrinhalte auch dem Anspruch einer Executive-MBA-Ausbildung gerecht werden. In letzter Zeit werden von manchen Schulen DistanceLearning-Technologien auch in modularen Executive-MBA-Programmen eingesetzt, um die Lernphasen zwischen den Präsenzmodulen auf dem Campus optimal zu nutzen.
Mh
Posted: April 17th, 2008 under Bildung.
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